Analytisch ….

Text von Frau Silke Hable geboren in Erbach, Odenwald

Längst hat die sogenannte „Energiewende“ es geschafft, zu einer tiefen Spaltung zwischen Land- und Stadtbevölkerung zu führen – nämlich indem ländliche Räume wie der Odenwald großflächig zwangs-windindustrialisiert werden. Das alles unter immenser Naturzerstörung, ohne jede Rücksicht auf Mensch und Natur, und sogar unter Beugung bestehender Gesetze bis hin zum Bruch.
Was meine ich damit? Nun, fangen wir mal an: Da ist zum einen das Lieblingsargument der Grünen, der „Klimaschutz“.

Längst ist bekannt, dass auch 30.000 Windkraftanlagen (WKA) deutschlandweit eben NICHT zur Einsparung auch nur eines einzigen Gramms CO2 geführt haben. Dennoch wird fleißig an allen Fakten vorbei weiter behauptet, durch den weiteren Ausbau der Windkraft ließe sich das Klima retten.

Weltklima gerettet ?


Was statt einer „Rettung“ des Weltklimas tatsächlich passiert ist Folgendes: Die auch im Odenwald schon vorgenommenen und noch in weitaus größerem Maß geplanten Rodungen von Wäldern zugunsten von WKA führen bereits kurzfristig und dauerhaft zu einer drastischen Erwärmung des sogenannten Kleinklimas – also des Klimas vor Ort, hier im Odenwald.
Denn wo Wald ist, ist es für gewöhnlich zwei bis drei Grad Celsius kühler als über unbewaldeten Flächen – und sogar noch einige zusätzliche Grad kühler als über durch Asphalt oder Beton versiegelten Flächen. Die großflächigen Rodungen zugunsten von WKA – allein im Odenwaldkreis reden wir gemäß TPEE von gut 2700 Hektar – führen darüber hinaus auch zu empfindlichen Veränderungen im Wasserhaushalt: Wo unter Wald der Boden noch aufnahmefähig war für Wasser und Gase (auch CO2!), ist durch die großflächige Entwaldung und die damit verbundene weitaus intensivere Sonneneinstrahlung nicht nur die Verdunstung schneller und höher.

Die Folgen für die Wälder


Da die WKA-Fundamente den Boden großflächig versiegeln und auch die Zuwegungen und umgebenden Flächen (Kranstellfläche etc.) durch den Einsatz schwerer Fahrzeuge bis in mehrere Meter Tiefe hochverdichtet werden (ein Zustand, der über viele viele Jahrhunderte nachweisbar sein wird – Bodenbildung und -regeneration sind Prozesse, die Jahrhunderte bis Jahrtausende brauchen!), verliert auch dort der Waldboden jegliche Fähigkeit zur Wasserspeicherung.
(Zur Erläuterung: Selbst alte Fahrwege der Römer, die damals ja nur mit Ochsenkarren befahren wurden und ansonsten nur zu Fuß, bestenfalls noch zu Pferde genutzt wurden, sind heute noch hervorragend anhand der durch die Nutzung entstandenen Verdichtung des Bodens nachweisbar – auch an Stellen, an denen das von den Römern für gewöhnlich verlegte Pflaster nicht mehr vorhanden ist. Überlegen Sie mal, wie leicht ein Ochsenkarren ist im Vergleich zu den Harvestern („Vollernter“), die die Waldareale für Windkraft roden; im Vergleich zu den Schwertransportern, die die WKA-Bauteile anliefern; im Vergleich zu den Kränen, mit denen die Türme schließlich errichtet werden…. Die Römer sind seit gut 2000 Jahren schon wieder weg aus Germania Superior. Schon unter der Fahrspur eines schnöden Harvesters, Gewicht ca. 16 Tonnen, wird der Boden bis zu 2 Meter tief hochverdichtet.)
Zerstört wird auch das empfindliche Geflecht aus Feinwurzeln und Pilzen, das die noch verbliebenen Bäume zwingend benötigen, um gesund zu bleiben. Selbst die angrenzenden Wälder, die das Glück haben, zumindest erst einmal nicht gefällt zu werden, werden also unmittelbar, schwer und langfristig geschädigt.
(Anmerkung: Dieses Geflecht aus Pilzen (Mykorrhiza) und Feinwurzeln ist für einen gesunden Wald deswegen unabdingbar, weil die Bäume über dieses „Wood Wide Web“ nicht nur Informationen austauschen – drohender Schädlingsbefall o.ä. -, sondern auch ein Austausch an wichtigen Nährstoffen und Wasser stattfindet.)
Ganz zu schweigen davon, dass etwa bei Starkregenereignissen das Wasser künftig nicht mehr aufgehalten wird von Bäumen und Waldboden. Dass es im versiegelten und/oder hochverdichteten Boden eben nicht mehr langsam versickern kann. Ein nicht unerheblicher Teil wird von den bald großflächig entwaldeten Höhenrücken der Region weitgehend ungehindert abfließen in die Täler, Überschwemmungen in Talllagen wie dem Mümling- oder Gersprenztal werden zur Regel werden – mit allen negativen Folgen für die dort lebenden Menschen.
Nicht zuletzt tragen Wälder erheblich zur Wolkenbildung bei: Über ihre Blätter und Nadeln geben Bäume permanent nicht nur wichtigen Sauerstoff ab; sie verdunsten auch wieder Wasser und geben in erheblichen Mengen (übrigens auch für den Menschen sehr gesundheitsfördernde!) ätherische Öle (Terpene) an die Luft ab. Dabei bilden sich in höheren Luftschichten wieder sogenannte Nuklei, an die sich dann wiederum Wassermoleküle anlagern. So bilden sich Wolken, aus diesen Wolken fällt wieder Regen – so sieht ein gesunder Wasserkreislauf aus.
(Auch hier zur Erläuterung: Die ätherischen Öle, die alle Waldbäume über ihre Blätter oder auch Nadeln ausströmen, gehören chemisch größtenteils zur Gruppe der Terpene. Auch Sie haben diese schon bewusst wahrgenommen – sie sind der typische würzige „Waldgeruch“. Die Terpene dienen den Bäumen ebenfalls zur Kommunikation: Sie warnen sich damit beispielsweise vor Schädlingen – „huhu, lieber Nachbarbaum, ich werde gerade von Raupe x angefressen, lagere schnell Bitterstoffe in deine Blätter ein, damit es dich nicht auch noch erwischt!“. Ulmen zum Beispiel rufen beim Befall durch einen ganz bestimmten Schädling über das Aussenden bestimmter Terpene sogar eine bestimmte Schlupfwespenart herbei, die dann ihre Eier in die Leiber der schädigenden Raupen legt und dem Baum somit hilft, die Schädlinge loszuwerden – Sie sehen: die Terpene dienen auch speziesübergreifend zur Kommunikation. Und selbst der Mensch reagiert darauf, genauer: unser Immunsystem. Halten wir uns mehrere Stunden oder auch Tage (etwa bei einer mehrtägigen Wanderung) draußen im Wald auf, atmen wir die Terpene also über eine gewisse Zeit ein, dann sinkt das Level der Stresshormone im Blut signifikant. Außerdem steigt die Zahl der sogenannten T-Zellen (Fresszellen, eine Form der weißen Blutkörperchen, die Krankheitserreger bekämpft) um bis zu 50 % an; sie werden zudem aktiver. Das heißt: Der Wald stärkt unser Immunsystem! Herausgefunden hat das als Erster Prof. Dr. Qing Li von der Nippon Medical School in Tokyo; inzwischen ist dies durch zahlreiche weitere internationale Studien zweifelsfrei bestätigt. Waldaufenthalte werden in Japan und Korea darum längst sogar ärztlich verordnet – als Komplementärtherapie etwa bei stressbedingten Erkrankungen, bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sogar unterstützend bei so schwerwiegenden Erkrankungen wie Krebs.) 


Natürliche Wasserkreisläufe gestört


Einen gesunden, intakten Wasserkreislauf wird es mit großflächig entwaldeten Höhenrücken nicht mehr geben. Was nicht nur Einfluss hat auf die umgebende Vegetation (Wald) und auf die Landwirtschaft (zunehmende Trockenheit der Böden), sondern auch auf den Trinkwassernachschub für die Menschen der Region. Der Grundwasserspiegel wird dadurch bereits mittelfristig vielerorts erheblich – ich sage: bedenklich – absink

„Netzausbau“


Ebenfalls bekannt ist, dass es die aktuell gut 30.000 deutschen WKA nicht schaffen, auch nur annähernd zur Deckung des Primärenergiebedarfs beizutragen; aktuell macht hier der Anteil in Hessen weniger als 2 Prozent aus [2017 waren es 1,3 %, die Zahl für 2018 liegt mir noch nicht vor – dürfte aber nicht wesentlich mehr sein], bundesweit sind es keine 3 Prozent [2017: 2,8 %]. Diese Fakten verschweigen oder negieren die Grünen gar zu gerne. Stattdessen nennen sie dem Bürger gebetsmühlenartig lediglich die installierte Nennleistung und damit nichts weiter als das, was theoretisch an Einspeisung möglich wäre, WENN der Wind stets so blasen würde, dass alle Anlagen rund um die Uhr ideal ausgelastet wären – was grundsätzlich NIE der Fall ist. Bei uns im Odenwald sagt man dazu: „Die Leit‘ verarscht!“ Man könnte es auch etwas „netter“ ausdrücken; der Ourewällerisch direkte Spruch trifft allerdings den Nagel exakt auf den Kopf.
Selbst wenn man die Zahl der deutschen WKA binnen kürzester Zeit verzehnfachen würde (so viel geeigneten Platz hätte Deutschland gar nicht, rein flächenmäßig!), wäre die Deckung des Primärenergiebedarfs nicht einmal ansatzweise möglich.


Auch dass Windkraft und Solarenergie nicht mal ansatzweise grundlastfähig sind, blenden die Grünen konsequent aus. Haben Sie Ihren Wählern schon verraten, dass die Bundesrepublik enorme Mengen Atomstrom aus dem französischen, belgischen, österreichischen und schweizerischen Ausland einkauft, sogar entgegen dem beschlossenen GroKo-Koalitionsvertrag ausländische Atom-Aktien hält und Ende 2018 sogar noch zugekauft hat? All das, um die Netzschwankungen auszugleichen, die die „Erneuerbaren“ verursachen und die mit jedem Windrad mehr zu einem noch größeren Problem werden!
Ebenso verweigern sich die Grünen bislang der Einsicht, dass es bis auf absehbare Zeit – namhafte Ingenieure sprechen hier von Zeiträumen zwischen 15 und 40 Jahren – keine ausreichenden bzw. ausreichend effektiven Speichermöglichkeiten geben wird. Vom „Ultranet“-Netzausbau ist nicht zuletzt ja auch der Westen Südhessens direkt betroffen, so dass sich auch jede Diskussion darüber erübrigt, dass es bis auf weiteres nicht nur an Speichermöglichkeiten fehlt, sondern auch noch an notwendigen Leitungen. Bleiben wir also einmal mehr bei dem Ourewällerisch direkten Spruch…
Doch das alles wissen Sie genauso gut wie ich. Was Ihnen aber offensichtlich bislang entgangen ist – zumindest haben Sie bis jetzt nicht das Geringste dagegen unternommen, also muss ich davon ausgehen, dass es sich Ihrer Kenntnis entzieht – sind die ungeheuerlichen Vorgänge, die rund um den Ausbau der Windkraft hier im Odenwald vonstatten gehen. Und ich vermute, nicht nur hier – im Taunus, Spessart, Vogelsberg dürfte es kein bisschen anders sein.


Fakt ist: Der Odenwald ist eines der letzten größeren, noch wenigstens einigermaßen unzerschnittenen Waldgebiete Deutschlands [ähnlich wie der Pfälzerwald, den man ja aus genau diesem Grund von der Windkraft ausspart, oder auch der Spessart, der vom Odenwald ja nur durch den Main getrennt ist]. Er ist, und zwar nahezu flächendeckend (!), Heimat für zahlreiche seltene – ja sogar gesetzlich streng geschützte! – Tierarten. So leben hier fast überall ein gutes Dutzend zum Teil streng geschützter Fledermausarten: etwa die Bechsteinfledermaus (wegen diesem Tier wurde von der Rodung von 200 ha „Hambi“ abgesehen – im Odenwald dagegen alles kein Problem?) oder auch die Mopsfledermaus. Sie wollen das Great Barrier Reef schützen, indem Sie großflächig und dauerhaft Lebensräume unserer heimischen geschützten Tiere zerstören?? Eine seltsame Logik, die man wohl nur als Grüner versteht.
Fakt ist ebenso, dass noch bis vor wenigen Jahren (genauer: noch bis Mitte 2016) in Hessen zu Wochenstuben der Mopsfledermaus noch 5 Kilometer (!!) Abstand von WKA gehalten werden mussten – per Erlass haben das die „Grünen“ in der Landesregierung inzwischen heruntergeschraubt auf gerade mal noch lächerliche 200 Meter. [Es kursiert hier in Südhessen das geflügelte Wort vom „Lex Lindscheid“, weil mit dem alten 5-km-Abstand praktisch keine Flächen mehr übriggeblieben wären für Windkraft im Regierungsbezirk Darmstadt, weil die Mopsfledermaus hier eben nahezu flächendeckend nachgewiesen werden kann mit Wochenstuben.]

Das Leiden der Fledermäuse


Totfunde von Fledermäusen gibt es inzwischen rund um bereits bestehende Anlagen so einige – und Untersuchungen durch unabhängige, von Fledermausschützern aus der Bürgerschaft beauftragte Fachinstitute ergaben, dass diese Tiere qualvoll am Barotrauma verreckt sind. Und ja, ich wähle auch dieses harte Wort durchaus mit Absicht: Sie sind nicht gestorben, sie sind nicht verendet, sie sind elend und qualvoll verreckt – der Unterdruck, der rund um sich drehende Rotoren entsteht, hat ihnen die Lungen und weitere Organe einfach im Flug zerfetzt.
Bestimmt fühlten sie sich vor ihrem Tod geehrt, dass sie verrecken durften, um das Great Barrier Reef zu schützen… Übrigens: Die Totfunde und das Untersuchungsergebnis wurden den zuständigen Behörden auch gemeldet – geschehen ist nichts. Man ignoriert seitens der Genehmigungs- und Kontrollbehörden derlei einfach.
Weiter geht es mit dem „Klassiker“ in Sachen Windkraft: dem Rotmilan. Der Odenwald ist Heimat für eine der größten und stabilsten Rotmilan-Populationen Deutschlands. Rund um die bereits bestehenden Windparks der Region sind die Rotmilane bereits verschwunden – ob sie getötet wurden (die Tiere, das ist wissenschaftlich erwiesen, weichen WKA nicht aus) oder abgewandert sind, ist unklar.


Fest steht jedoch: Mit jeder WKA, mit jedem Windpark mehr auf Odenwälder Höhenrücken verschwindet ein Teil der Population. Und da gemäß dem TPEE-Entwurf so gut wie jeder Höhenrücken betroffen sein wird, wird die Rotmilan-Population des Odenwaldes wohl bald der Vergangenheit angehören.
Doch wenn Ihnen am Great Barrier Reef und an bedrohten Exoten der Tierwelt gelegen ist, wie können Sie dann der rapiden Vernichtung heimischer bedrohter Tiere so tatenlos zusehen, ja sie sogar aktiv weiter vorantreiben – unter dem „ökologischen Deckmäntelchen“ der Energiewende? Fast zwei Drittel der Rotmilane dieses Erdballs leben in Europa – Deutschland ist gemeinsam mit Frankreich das Land mit der größten Rotmilan-Population. Die Art ist nicht weniger gefährdet als die großen, „spektakulären“ Tiere, mit denen die einschlägigen Naturschutzorganisationen um Spenden werben!


Nicht anders sieht es mit dem Schwarzstorch aus: Mindestens 16 Brutpaare wurden hier in der Region nachgewiesen – auch das ist regional eine der größten Populationen Deutschlands. Unweit Würzberg, einem Michelstädter Stadtteil, wurde in zwei aufeinanderfolgenden Jahren ein Schwarzstorchhorst von unten mutmaßlich beschossen. Daran lässt die Sachlage wenig Zweifel. An der Suche nach dem oder den Schuldigen haben die Behörden augenscheinlich allerdings wenig Interesse. Am Windpark Stillfüssel bei Wald-Michelbach wurde am 31. Januar 2017 ein Bruthorst eines Uhus oder einer Waldohreule von dem durch den Betreiber des Windparks (entega Regenerativ GmbH) beauftragten Büro mutwillig zerstört.


Beide Vogelarten sind in Deutschland streng geschützt, ihre Bruthorste dürfen nicht angetastet werden. Das Vorgehen des beauftragten Büros sollte zunächst auch vertuscht werden, kam aber doch an die Öffentlichkeit und wurde angezeigt. Das führte zwar zu einem vorübergehenden Baustopp, der Windpark wurde letzten Endes aber doch errichtet – auch dort nachgewiesene Brutzentren des Schwarzstorchs wurden einfach als nichtig abgetan.
Auch Vorkommen der Waldschnepfe oder anderer geschützter Tier- und Pflanzenarten sind für die Genehmigungsbehörden kein Ausschlusskriterium mehr. Der Artenschutz ist unter „grün“ in Hessen zu einer Farce verkommen, der sich in lächerlichen Blühstreifendiskussionen und medienwirksamen Biotopeinweihungen erschöpft. Wie teilte mir der „grüne“ Abgeordnete Frömmrich zum Thema Artenschutz mit? „Die Grünen haben ein Konzept erarbeitet und sogar schon mit dessen Umsetzung begonnen.“ Wenn es nicht so traurig wäre, müsste man sich scheckig lachen ob solcher vor Ignoranz strotzender Aussagen.

FFH – Flora Fauna Habitat wird zu Industriegebiet


Dass der Politik, und offensichtlich nicht nur der „grünen“, in Hessen rein gar nichts mehr an Artenschutz liegt, sieht man nicht zuletzt auch daran, dass mit der Errichtung des Windparks „Greiner Eck“ bei Hirschhorn im südlichsten Zipfel des Odenwaldes im Kreis Bergstraße sogar ein FFH-Schutzgebiet per Sofortvollzug einfach plattgemacht wurde. Ich muss Ihnen wohl kaum erzählen, dass sogenannte FFH- oder Natura-2000-Gebiete Areale sind, die durch europäisches Recht besonders geschützt und darum für Windparks eigentlich per se vollkommen tabu sind!

Klimaschutz? statt Natur- und Wildtierschutz


Dennoch hat das „grüne“ RP Darmstadt, namentlich Regierungspräsidentin Lindscheid, sich dort einfach über geltendes Recht hinweggesetzt, per „Ausnahmegenehmigung“ Sofortvollzug verfügt und die Genehmigung zur Errichtung von 5 WKA ohne Zögern erteilt. Sie soll sogar seinerzeit die Mitglieder der Regionalversammlung diesbezüglich unter Druck gesetzt und zur schnellen Zustimmung zur Ausnahmegenehmigung gedrängt haben: „Bevor in der Bevölkerung noch mehr Widerstand entsteht.“
Mit Erfolg: Das Areal wurde binnen kürzester Zeit komplett gerodet. Ein sofort angestrengtes Eilverfahren, um die Rodung des Schutzgebiets Greiner Eck doch noch zu stoppen, wurde übrigens vom zuständigen Gericht erst nach über einem Jahr (!!) beschieden – da standen die fünf Anlagen längst. Eine Reihe weiterer Klagen ist inzwischen seit längerem anhängig – die Hauptverfahren sind indes meines Wissens noch nicht einmal terminiert.
Im einstigen FFH-Gebiet Greiner Eck war die streng geschützte Haselmaus zuhause, die Wildkatze und der Uhu waren jeweils von Jägern per Foto eindeutig und absolut zweifelsfrei nachgewiesen worden, die Mopsfledermaus war ebenfalls gesichert nachgewiesen, der Rotmilan drehte hier seine Kreise ebenso wie der gleichermaßen geschützte Wespenbussard. Das Tötungsverbot für den ebenfalls am Greiner Eck vorkommenden Fichtenkreuzschnabel wurde vom RP Darmstadt als Genehmigungsbehörde kurzerhand aufgehoben, und im Zuge der Anlage der Zuwegung gab es Totfunde der Äskulapnatter, die jedoch ebenfalls niemanden interessierten. Der Lebensraum für all diese Tiere ist zerstört. Ein für alle Mal – denn ein solches Biotop forstet man nicht einfach irgendwann wieder auf und alles ist wieder gut!
Wenn schon geschützte Tiere die Politik nicht interessieren, dann täte es wenigstens der Mensch, möchte man meinen. Doch auch das Wohlergehen der Bevölkerung vor Ort ist Ihnen vollkommen gleichgültig, wenn es um den Ausbau der Windkraft Im Odenwald geht.
Bleiben wir auch in diesem Punkt zunächst noch beim Greiner Eck: Durch ungeeignetes Aufschüttmaterial, das im Zuge des Ausbaus der Zuwegung wie auch der Stellflächen verwendet wurde, ist der Boden dort nun belastet mit Arsen, Cadmium und Zink – die Belastung beträgt ein Vielfaches der zulässigen Grenzwerte für diese Stoffe. Selbst ein Gutachten des Windpark-Betreibers bestätigt dies inzwischen. Hatte ich schon erwähnt, dass das Greiner Eck im Trinkwassereinzugsgebiet von rund 11.000 Menschen der umliegenden Ortschaften liegt? Dass gleich zwei Schutzzonen III davon betroffen sind?
Schadstoffe im Boden werden zwingend mit dem Regen nach und nach ausgewaschen und ins Grund- und Trinkwasser eingetragen! Und hier sprechen wir noch nicht mal von den in den Betonfundamenten von WKA nahezu ausnahmslos enthaltenen Schadstoffe wie Schwermetalle, die aus den Fundamenten ausgewaschen werden, ebenfalls über die Zeit in den umliegenden Boden übergehen und schließlich ins Grund- und Trinkwasser eingetragen werden. [Dass die Betonfundamente Schadstoffe wie Schwermetalle enthalten, ist produktionsbedingt und lässt sich kaum vermeiden. Es gibt zudem meines Wissens nach keinerlei Richtlinien, was in WKA-Fundamenten enthalten sein darf, wie der Beton beschaffen sein muss. „Hauptsache, es hält.“]
Ähnlich bedroht wie das Trinkwasser der Bevölkerung rund um das Greiner Eck ist auch das Trinkwasser von Teilen der Gemeinde Mossautal, und zwar durch den Windpark Kahlberg. Das streitet noch nicht mal das RP Darmstadt als genehmigende Behörde ab. Im Gegenteil: Selbst in der Presse war zu lesen, dass der Genehmigungsbescheid für die Anlagen entsprechende Passagen enthält, in denen dieses Thema explizit aufgegriffen wird. Eine Verunreinigung, zeitweise oder auch dauerhaft, oder auch ein Versiegen der Quellen wird darin für durchaus möglich bis wahrscheinlich erklärt – man zieht allerdings das Fazit, dass eine Versorgung der dann betroffenen Ortschaften per Tankwagen absolut zumutbar für die Bevölkerung ist.
Für vollkommen unbedenklich hält man seitens des RP auch den Standort Felgenwald: Am Felgenwald, im Dreieck der Michelstädter Stadtteile Vielbrunn, Weiten-Gesäß und Würzberg gelegen, wurden Ende vergangenen Jahres zunächst zwei WKA aufgestellt. Eine weitere ist beantragt. Geologisch ist dieser Standort ebenso sensibel wie der Standort Kahlberg (stark geklüfteter Buntsandstein); der Standort Felgenwald liegt zudem nur einen knappen Kilometer entfernt vom Tiefenbrunnen Vielbrunn, der die Michelstädter Stadtteile Vielbrunn und Würzberg sowie den Erbacher Stadtteil Ernsbach mit Trinkwasser versorgt.


Gutachten namhafter Experten, beauftragt und finanziert von Bürgern, die sich um ihre Wasserversorgung sorgen, sehen – hydrogeologisch fundiert begründet! – eine ebenso akute wie weitreichende Gefährdung des Tiefenbrunnens, da der Standort Felgenwald genau in dessen Einzugsgebiet liegt und die zum Teil bis in mehrere hundert Meter Tiefe reichenden Klüfte im Untergrund exakt in Richtung Tiefenbrunnen verlaufen. Sollen also auch in Vielbrunn, in Würzberg und in Ernsbach die Bürger künftig mit Tankwagen versorgt werden? Da fühlt man sich als Odenwälder doch gleich so richtig wertgeschätzt!


Die Alternative zu einer Versorgung mit Tankwagen für den Fall, dass der Tiefenbrunnen Vielbrunn durch die WKA am Felgenwald unbrauchbar wird, wäre vermutlich ein Anschluss an die Ringleitung, die es im benachbarten Weiten-Gesäß gibt. Das Wasser dort ist aber zum einen von weniger guter Qualität als das des erst vor wenigen Jahren in Betrieb genommenen Tiefenbrunnens Vielbrunn. Folge wäre zudem auch eine zwingend notwendige Rationierung des Trinkwassers für die Bürger von dann gleich vier Ortschaften. Nennen Sie so etwas eine Stärkung des ländlichen Raumes? Ich nenne das einen Ausverkauf der Region auf Kosten der Bevölkerung!

Der Eingriff in Persönlichkeitsrechte

Die WKA am Felgenwald sind es auch, die meine kleine Familie ganz direkt und unmittelbar leiden lassen und schon nach nur wenigen Monaten des Betriebs dazu führen, dass wir uns überlegen müssen, ob wir auf Dauer hier wohnen bleiben können. Und da rede ich nicht von ästhetischen Aspekten. Sondern klipp und klar von der akuten Gefährdung und bereits vorliegenden Beeinträchtigung der Gesundheit unserer kleinen Tochter.
Nur wenige Tage nachdem die zweite der beiden unmittelbar benachbarten Anlagen im Herbst 2018 in Betrieb genommen wurde, veränderte sich plötzlich das Schlafverhalten unseres Kindes erheblich: In vielen Nächten schläft sie seitdem praktisch gar nicht mehr. Wenn sie schläft, dann ist die Schlafqualität unserer Tochter miserabel; ihr Schlaf ist nur leicht, und sie schläft nur noch im Sitzen (!).

Anmerkung: Kenntlichmachung von Textpassagen, Überschriften ergänzt jg

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2 Antworten

  1. Mario Berger sagt:

    Dieser Beitrag erreichte uns per Email. Hier eingesetzt. Administrator

    Ich kämpfe in unserer Bürgerinitiative nun auch schon Jahre gegen die bei uns geplanten Windkraftanlagen. So besuchte und besuche ich viele Veranstaltungen/Treffen von Bürgerinitiativen, Politikern und Windkraft Gegner. Immer wiederholt sich alles. Neue Betroffene, die vor kurzem erfahren haben, dass in ihrer Nähe Windkraftanlagen errichtet werden sollen, berichten immer wieder die gleichen Dinge und sind völlig aufgebracht, wie schlimm das alles ist und das man da unbedingt etwas dagegen tun muss. Bei immer wieder neuen Treffen immer wieder neue Gesichter mit immer den gleichen Geschichten.

    Warum muss man erst betroffen sein, um sich mit dem Thema Risiken und Nebenwirkungen von Windkraftanlagen zu beschäftigen? Man muss den Leuten doch nur von diesen Dingen berichten und dann werden sie das schon verstehen und die Windkraftanlagen kritischer sehen. Ich wohne auf dem Land und arbeite in der Stadt, also wagte ich ein Experiment: Gelingt es mir meine Arbeitskollegen zu überzeugen und sich kritisch mit dem Thema Windenergie auseinanderzusetzen? Ergebnis: Katastrophe! Nicht einen Einzigen konnte ich überzeugen. Spätestens nach 2 Sätzen kommt das Totschlagargument überhaupt: „Möchtest Du lieber ein Kernkraftwerk oder ein Braunkohletagebau neben Deinem Dorf?“

    Seit dem bin ich überzeugt, dass das Problem tiefer sitzt. Da braucht man nicht mit irgendwelchen gefährdeten Vogelarten zu kommen und erst recht nicht mit den Themen Infraschall oder Schlagschatten. Das Problem sitzt tiefer, viel tiefer. Die Menschen spüren, dass etwas mit ihrer Umwelt geschieht. Irgendwas funktioniert nicht mehr wie früher, es gibt hier weniger Regen und woanders zu viel. Es gibt schlimmere Stürme und vermehrt neue Rekorde bei den Temperaturen und die Polkappen schmelzen dahin. Irgendwas scheint aus den Fugen geraten. Die Umwelt spielt verrückt. Man kann es zwar nicht richtig greifen oder beschreiben aber eins ist klar: so kann es nicht weiter gehen. Es entsteht das Bedürfnis: Wir müssen die Umwelt schützen. Uns mehr um sie kümmern. Wir müssen etwas tun!

    Die Politik hat dieses neue Verlangen erkannt und ist zum Aktionismus übergegangen. Irgendetwas tun um den Hunger nach Umweltschutz zu stillen. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, ob das, was man für den Umweltschutz macht auch wirklich die Umwelt schützt. Und so kommt die Windenergie ins Spiel. Sie verkörpert wie keine andere regenerative Energiequelle die Energiewende in Deutschland. Windkraftanlagen sind zum Wahrzeichen der Energiewende geworden, zum Symbol des Umweltschutzes (der Lastesel der Energiewende) und das aus einem einzigen Grund: es ist so offensichtlich! Wind geht rein, Strom kommt raus. Wind ist einfach da und unendlich vorhanden. Das ist so einfach, dass es wirklich jeder versteht. Und es passt zudem perfekt zu dem was wir Deutsche gerne sehen: ein technisches Meisterwerk, ein hochentwickelte, präzise Hochleistungsmaschine mit richtig Power. Eine echte Ingenieursleistung eben.

    Mehr braucht es nicht zu wissen. Mehr wird auch nicht erklärt. Gegenargumente sind nicht erwünscht. Opfer müssen gebracht werden und was ist schon das bisschen weniger Wald, was sind schon die paar toten Tiere und die minimale Anzahl von menschlichen Schicksalen gegen das Heil der ganzen Welt?

    So einfach ist es aber nicht. Der politische Aktionismus braucht sein Symbol, sein Mantra aus einem ganz anderen Grund. Der Mythos der Windenergie muss um jeden Preis aufrecht erhalten werden um den eigentlichen Grund nicht an die Oberfläche kommen zu lassen: Windkraftanlagen sind Ausdruck absoluter Hilflosigkeit, Ausdruck der Ratlosigkeit, ein Akt der völligen Verzweiflung gegenüber der unlösbaren Mammut-Aufgabe die Schäden der Umwelt durch den Menschen einzudämmen und dabei die Wählerschaft nicht zu vergraulen. Denn die Wählerschaft ist größtenteils noch nicht bereit Einbußen im Lebensstandard hinzunehmen. Auch wenn dies der Umweltschutz zwingend erforderlich machen würde.

    Umweltschutz in Deutschland beschränkt sich auf Maßnahmen wie Plastiktüten zu verbieten oder etwas mehr Geld für den Strom auszugeben. Das wird von der breiten Masse akzeptiert. Bei Tempo 130 auf Autobahnen hat man die Toleranzschwelle schon erreicht. Ok, bei Wattestäbchen könnte man sich auch vorstellen auf Plastik zu verzichten. Glyphosat hat ja so direkt auch keine negativen Auswirkungen auf die Umwelt und wird vom deutschen Agrarminister durchgewunken. Autonomes Fahren wird dazu führen, dass auch der letzte Geschäftsreisende mit dem eigenen Auto und nicht mehr mit der Bahn fährt. DAS ist der akzeptierte Umweltschutz in Deutschland!

    Die Lösung eines Teils eines Problems ist doch nicht die Lösung für das Problem selbst. Windkraftanlagen erzeugen Strom aus Wind, allerdings nur wenn die Windgeschwindigkeit stimmt. Bei zu wenig Wind aber auch bei zu viel Wind, klappt das nicht. Das ist ein noch ungelöster Teil des Problems. Windkraftanlagen stehen meist weit entfernt von dem Ort an dem der Strom gebraucht wird. Das ist der nächste ebenso ungelöste Teil des Problems der Energiewende mit Windenergie. Wenn es offensichtlich mehr ungelöste als gelöste Teile des Problems gibt, warum hört man dann nicht einfach auf oder sucht nach Alternativen. Wenn man einen tollen, hocheffizienten Elektromotor als Teil eines neuen Automobils bauen kann aber man noch keine Ahnung hat wo die Energie zur Versorgung des selbigen mit ausreichend Strom herkommen soll oder wie man so viel Strom transportiert bekommt, dann macht es wenig Sinn schon mal mit dem Bau von diesen Motoren zu beginnen, oder?

    Windkraftanlagen lösen nur einen Teil des komplexen Problems der Energieversorgung. Und einen noch kleineren Teil des großen Ganzen, dem Umweltschutz. Es ist nicht einzusehen und nicht zu rechtfertigen, warum tausende Menschen, Tiere und die Umwelt selbst unter Windkraftanlagen leiden müssen ohne dass damit das Umwelt-Problem auch nur ansatzweise gelöst wird. Vielleicht macht es das Ganze sogar noch schlimmer. Der Schmetterlingseffekt besagt: „Kann der Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien einen Tornado in Texas auslösen?“ Was richten wir dann mit unseren zig-tausenden Windkraftanlagen woanders an?

    Ist daher die Windenergie der einzig richtige Weg? Ist „Windenergie“ das richtige Mantra unseres neu aufkeimenden Bedürfnisses nach Umweltschutz? Sollten wir nicht lieber alle in uns gehen und den Weg, den wir eingeschlagen haben zu hinterfragen. Insbesondere empfiehlt sich die Frage: Hilft das tatsächlich der Umwelt oder schadet es ihr? Löst es überhaupt das ganze Problem oder nur ein bisschen? Und ist ein bisschen genug?

    Viele Grüße

    MB

  2. Harald Saure sagt:

    liebe Silke, lieber Mario,
    Auch ich kämpfe schon seit Jahren gegen Windmühlen. Aktuell in Waldeck-Frankenberg in Nordhessen.
    Ihr sprecht mir aus der Seele. Aber warum kennen nur interessierte Bürger, „ungelernte Energieexperten“ ohne Lobby im Hintergrund diese erdrückenden Fakten? Wieso sind unsere Politiker so blind und beratungsresistent?
    Die Energiewende läuft komplett gegen die Wand und unsere Politik ist auch dabei den Wirtschaftsstandort Deutschland, mit den vielen klein- und mittelständigen Unternehmen, zu Gunsten einiger weniger Großunternehmen aufzugeben.

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