Am Tag danach

von Ronny Knierim

Der Tag danach – Eindrücke von der Fridays for Future-Demo am 24.05.2019 in Berlin .

Eigentlich wollten wir unsere Veranstaltung mit weit über 1000 Teilnehmern am 23.05 vor dem Bundeskanzleramt in Berlin bzw. auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor gemütlich ausklingen lassen und uns an diesem nächsten freien Tag Berlin anschauen.

Wir wurden aber gegen 12:00 Uhr an der U-Bahn Haltestelle Brandenburger Tor vom Strom begeisterter junger „Naturschützer“ mit gerissen. Ein Durchkommen war nicht mehr möglich, der Großteil der öffentlichen Verkehrsmittel in Berlin zum Stillstand verdammt.

Wir (Christine und ich) entschlossen uns daher mal mit der „anderen Fakultät „  zu laufen“ oder besser „zu hüpfen“, um deren Beweggründe einmal kritisch zu hinterfragen.

Antiwindkraftbutton an und ab ins pulsierende Getümmel !

Mein erster Eindruck: Die Fridays for Future-Bewegung ist sehr stark  heterogen, von innen gespeist durch grüne Weltrettungsutopien, in ihrer Peripherie allerdings durchzogen von zutiefst kommunistischen Gedankengut, sowie anderer sehr seltsamer Weltanschauungen, die aber alle so oder so ähnlich schon mal dagewesen sind.

Dieses merkte ich spätestens als versucht wurde, mir meine Unterschrift für die Enteignung von Vermietern generell abzunötigen. Mit dem Hinweis, das ich natürlich auch gegen Mietwucher sei, man dieses aber bitte mit städteeigenen Höchstgrenzen der Miete regeln sollte, war ich sofort als faschistoider Kapitalist entlarvt .

Ja, Freunde der Planwirtschaft, dem ist nun mal so: DDR 2.0 ist mit mir nicht zu machen, ich sage noch ungestraft meine Meinung und kein “antifaschistischer Schutzwall „wird euch vor eigenen Meinungen jenseits dieses hysterischen Mainstreams schützen!

Es kamen Stände und Unterschriftsaktionen zur Enteignung oder besser Verstaatlichung der Wirtschaft an sich, die Abschaffung von Diesel, Einführung einer CO2 pro Kopf -Steuer und ähnlichen öko-ideologischen Disneyland-Gefasel bis es dann auch mal richtig zur Sache ging:

„Wir sind hier ,wir sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut!!“

Hallo?? Ist nicht unsere Generation in den frühen 80er Jahren ostermarschierend durch die Gegend gelaufen und wollte die Stationierung amerikanischer Pershing-Raketen verhindern?

Waren wir nicht eine der ersten, die auf die Abholzung des Regenwaldes aufmerksam gemacht haben? Schwerter zu Pflugscharen? Peace man ??

Sicher sind wir älter geworden und verfolgen eine Politik des Machbaren, weil eben nur eine solche Politik erfolgreich ohne ideologischen Einfluss, für alle wirklich machbar ist.

In puncto Regenwald hat sich übrigens nicht viel verändert. Dieser wird jährlich immer noch um die Fläche Großbritanniens reduziert.

Ein Plakat das auf diesen Umstand hinweisen würde, habe ich im ganzen Demonstrationszug nicht gesehen.

Statt dessen Plakate mit „ Ihr fi… Eure Mutter!“ (wohl Mutter Erde gemeint), sowie rhetorisch kaum zu überbieten ,der Knaller  „ Kein Schnee mehr! „

Rechtschreib- und  Grammatikfehler vieler Plakate hätten meinen ehemaligen Deutschlehrer in den sicheren Suizid getrieben- aber sei es drum.Auch bemerkenswert war die Meinung verschiedener Demoteilnehmer, dass unsere Welt binnen 5 Jahren den Bach runtergeht .

Auf meine Nachfrage, warum das so ist und wer das denn behauptet, sagte man mir nur, dass dies die Meinung aller darstellt und überdies hinaus wissenschaftlich belegbar ist. Ein weiteres Nachbohren war auf Grund der hektisch Auf- und Abwärtsbewegungen der Menschenmassen, sowie meines fortgeschrittenen Alters, nicht mehr möglich.

Jedenfalls hatte ich den Eindruck, dass viele der Jugendlichen eine Apokalypse biblischen Ausmaßes gerade zu herbei sehnen. Mad Max-Dystopie in Echtzeit sozusagen , ist sicher aufregender als das echte Leben .

Das Vorrecht der Jugend…

Tatsächlich ist es aufzubegehren, ihre Rechte einzufordern, lautstark auf ihre Ängste aufmerksam zu machen und sich zu empören. Ob das während der Schulzeiten passiert oder nicht, tut nichts zur Sache.

Es entsteht hierbei eine Gruppendynamik, die ich in dieser Form noch nie erlebt habe, aber gleichzeitig hoch manipulierbar ist.

Ich persönlich würde mich sehr darüber freuen, wenn sich der eigentliche Grundgedanke der Grünen, aus Angst Kapital zu schlagen, sich in konkreten Nachfragen und in Wissensdurst der Jugendlichen zum Thema Biodiversität und Windindustrieanlagen verselbstständigen würde. Das Ganze noch flankiert mit selbst erarbeitetem Wissen über das physikalisch Machbare einer echten Energiewende, die weltweit und nicht deutschlandweit ins Rollen gebracht werden könnte. Doch stößt der radikal deutsche Weg der Energiewende im Rest der Welt bestenfalls auf kopfschüttelndes Lachen.

Als Teilnehmer dieser Demo habe ich deshalb wenig Hoffnung auf ein solches Szenario, dazu ist nicht zuletzt der Einfluss der Medien viel zu stark, die jenseits eines investigativen Journalismus, nur noch die Angst der Schüler weiter befeuern.

Sex und Katastrophen verkaufen sich allemal besser als Nachdenken und Vernunft.

Wohin geht die Reise?

Ganz klar in „erneuerbare“ Energien, wenn auch in Sachen Windindustrie physikalisch nicht möglich und ökologisch wie ökonomisch nicht zu verantworten. Denn auch das skandierte man bei dieser Demo „erneuerbare Energien Jetzt!!“ ohne wenn und aber.

Alles was nicht in dieser „Wave“ mit schwimmt, gilt es (für die meisten Teilnehmer dieser Demos) zu bekämpfen.

Die Polarisierung zwischen Vernunft und grüner Radikalität schreitet genauso voran, wie die weitere Zerstörung unseres Odenwaldes nach der Regionalversammlung  am 14.06.2019.

Deshalb gilt es für mich weiterhin hier nicht klein beizugeben und weiter ein kleines Licht gegen diesen Hype zu setzen .

Machen wir das nicht, könnte unsere Zukunft satirisch überspitzt formuliert so aussehen :

Klimaleugner werden polizeilich erfasst und müssen in aller Öffentlichkeit ihrer Irrlehre abschwören .

Die in den Städten umherziehende Hofreiter -Jugend wird uns täglich an die bis dahin bestehende und alles bestimmende Luftschmutzverordnung erinnern. Man wird uns sagen, was wir essen sollen, ob wir Haustiere halten dürfen (ja auch die Herstellung von  Tierfutter bedeutet CO2 Emission), und wie wir uns fortzubewegen haben.

Verstöße gegen Umweltauflagen werden erst bespitzelt, dann denunziert und vom „großen grünen Auge „ drakonisch geahndet werden. Das Ganze natürlich vor einer Welt die sich ganz normal weiter dreht .

Ein „Orwell‘sches Erlebnis“ der besonderen Art und hoffentlich nur eine Vision in einem Deutschland ,das im Begriff ist sich selbst abzuschaffen.

Fazit

Das Erreichen von Klima- oder Umweltschutz durch einen enthemmten Zubau von Windindustrieanlagen ist mit Natur- und Landschaftsschutz nicht vereinbar,weil dieser Zubau massiv in das Ökosystem eingreift ,sowie Menschen und Tiere in ihrer Existenz bedroht!

Dass hier die Stadt- gegen die Landbevölkerung ausgespielt wird, ist klar, macht die Sache aber um keinen Deut besser!

Den „Mitläufern“ dieser Demos ist das so nicht begreiflich zu machen.

Als Friedensangebot hätte ich ja noch einen musikalischen Beitrag  bei deren Abschlusskundgebung leisten können, hatte aber dann doch keine Lust, danach noch einen Abstecher in die Berliner Charité zu machen.

Eure Wölfe  im Schafspelz

Christine und Rony Knierim

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2 Antworten

  1. Dorothea Fuckert sagt:

    Liebe Christine, lieber Rony,
    wir sind von der IHO Waldbrunn (haben mit Peter am Schwachwindfest Musik gemacht). Euer Bericht „Am Tag danach“ ist erkenntnisreich und erfrischend. Nun wissen wir einiges mehr über diese Bewegung. Wir waren schon vor 50 Jahen schon aktiv in der Studentenbewegung und gegen Atomkraft engagiert. „Realos“ fanden wir damals verachtenswert.
    Ihr schreibt richtig, dass alles schon immer irgendwie da war. Was jedoch bei Fridays-for-Future völlig anders ist: wir hatten damals nur Gegner vor uns. Diese jungen Leute werden ganz im Gegenteil von „Klimaforscher-Lobby“, „Windindustrie-Lobby“, Politik, Kirche und Mainstream hofiert, hochgeputscht, verherrlicht und benutzt. Dies ist ein neues Phänomen – seit den Kinderkreuzzügen.

    Vielen Dank für diesen Beitrag, die Fotos und für Euer Engagment !
    Herzliche Grüße
    Dorothea und Manfred Fuckert

  2. Jürgen Wanninger sagt:

    Der Aufsatz beschreibt sehr schön, was gerade in Deutschland passiert. Ohne dass die breite Masse etwas merken will, wird Faschismus wieder hoffähig. Allerdings tragen die Braunen diesmal Grün und haben sogar noch edlere Ziele als die Nationalsozialisten. Die behaupteten 1933, Deutschland retten zu müssen. Der sich vor unseren Augen entwickelnde Grüne Faschismus hingegen will nun sogar die ganze Welt retten. Und weil die Zeit so drängt, ist jedes Mittel legitim. Man wird also bald Klimaleugner oder Energiewendekritiker totschlagen dürfen. Bei ‚Feine Sahne Fischfilet‘ dürfen die Feindbilder des Ökoszialismus wie beispielsweise Eva Herrmann in den Texten ja schon mal öffentlich vergewaltigt werden und unsere Oberpeinlichkeit von Bundespräsident finde diese links-faschische Band Klasse. Ist der Mann nur dämlich oder höchst gefährlich? Ich tippe auf letzteres. So jedenfalls sieht eine Demokratie aus, die kurz vor dem Ende ist. Und wie 1933 merkt anscheinend auch heute wieder kaum jemand etwas, wie uns die EU-Wahl deutlich gezeigt hat. Die ‚Volksparteien‘ paktieren aus purem Populismus mit den Öko-Faschisten. Und irgendwie kann man es ja sogar verstehen, denn wie soll die abgebliche Physikerin Angela Merkel aus ihrem Klima- und Energiewendemärchen ohne komplette eigene Demontage wieder hinausfinden?

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